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3. August 2012 - Kleva Gruva

Ein wünderschöner Tag bei 24 Grad war heute. Nach dem Frühstück machten sich alle bereit für den abenteuerlichen Ausflug in eine Erzgrube. Die Kleva Gruva hat eine lange Geschichte und diese erzähle ich hier mal:

Der Abbau von Kupfererz begann schon 1691. In diesem Jahr war die Lagerstätte von einem Glöckner aus Skede während eines Spaziergangs entdeckt worden. Er hatte einen glänzenden Stein gefunden und hoffte auf einen Goldfund. Bei der daraufhin durchgeführten Analyse wurde jedoch nur ein geringer Goldanteil, dafür aber in lohnender Menge Kupfer gefunden. 1692 gründete man eine Gesellschaft die den Abbau durchführen sollte. Bei der Mühle in Gyaån bei Ädelfors wurde 1694 eine Schmelzhütte errichtet. Man begann mit der Förderung des Erz oben auf dem Berg und arbeitete sich langsam nach unten. Eine erste Probeschmelzung erfolgte 1696.

Das gewonnene Kupfer war von schlechter Qualität, da es sehr spröde war. Die Betreibung der Grube erwies sich als nicht wirtschaftlich.

Im Jahr 1728 erfolgte eine erste Stilllegung der Grube, durch den damaligen Betreiber Carl Leijonader. Die Großgrube hatte zu diesem Zeitpunkt eine Tiefe von etwa 85 Meter erreicht. Die Großgrube füllte sich daraufhin mit Wasser. Mit der Anlage der sogenannten kleinen Grube setzt Carl Leijonader die Förderung jedoch 1731,nach anderer Angabe bereits 1728/29, fort. Zunächst erfolgte der Abbau unregelmäßig. In den fünf Jahren bis 1736 wurden ungefähr 5.000 Kilogramm gereinigtes Kupfer hergestellt. In der Zeit nach 1736 wurden aus dem Haldenmaterial jährlich 3.000 Kilogramm Kupfer gewonnen, wobei das Erz lediglich einen Kupfergehalt von 0,5 % enthielt. Als Abbaumethode kam sogenanntes Feuersetzen zur Anwendung. Das Gestein wurde durch Feuer über Stunden erhitzt und dann mit eiskaltem Wasser übergossen, so dass der Stein spröde wurde. Zum Teil wurde auch Schwarzpulver eingesetzt. Die unterschiedlichen Abbaumethoden sind noch heute in der Grube erkennbar.

Es erfolgte dann jedoch 1738 eine erneute Schließung der Grube, da man in Ädelfors Gold gefunden hatte. 1739 wurde die Grubengesellschaft Kleva an die Gesellschaft Ädelfors verkauft. Über 12 Jahre hinweg konzentrierte man sich auf die Goldgewinnung in Gyafors in Ädelfors. In Kleva fand nur unregelmäßig in geringem Umfang eine Förderung statt. Darüber hinaus fand man in Sunnerskog ein weiteres Kupfervorkommen.

1750 wurde die Großgrube durch Johan Olsson wieder fortgeführt. Zunächst begann man mit dem Abpumpen des Wassers, was zwei Jahre dauerte. Mit dem Rückgang und der zeitweisen Einstellung der Goldförderung in Ädelfors im Jahr 1768 stieg die Bedeutung von Kleva. Im Jahr 1769 stellte man den in 27 m Tiefe gelegenen Nilsonsstollen als Entwässerungstunnel fertig. In diesen Tunnel wurden mit Hilfe von Pumpenstöcken das ständig nachfließende Wasser gepumpt. Als Antrieb für die Pumpen dienten zunächst in den Schacht hinabgelassene Pferde. Auch ein auf der Bergspitze befindliches Windrad wurde als Antrieb eingesetzt. Als Belüftung der Grube dienten verschiedene Schächte. Mit Hilfe von hölzernen Lufttrommeln wurde Frischluft auch an schlecht erreichbare Stellen gebracht.

Am Rande der Grube wurde von den Familien der Grubenarbeiter ein roter Farbstoff, das Falunrot gewonnen. Schwedenhäuser haben ja immer meist eine rote Farbe und genau das ist dieses Falunrot.

1774 wurde die Grube dann erneut stillgelegt, diesmal für etwa 50 Jahre.
1824 erwarb Bergrat Johan Lorentz Aschan die Grube. Aschan bemühte sich einen Stollen zur Entwässerung der Großgrube, der im 18. Jahrhundert, wohl ab 1769, von Innen begonnen und bis zur Hälfte gebaut worden war, von außen fertigzustellen. Das schwierige, gestützt auf alte Pläne durchgeführte Vorhaben gelang 1828. Durch diesen heute als Aschanstollen bezeichneten Tunnel wurde die Großgrube erneut entwässert. Aschan setzte die Kupfergewinnung fort, wobei die Resultate ungünstig waren. Aschan veranlasste 1838 dass das Erz der Grube Kleva von Jöns Jakob Berzelius erneut untersucht wurde. Dieser fand heraus, dass das Kleva-Erz nicht nur Kupfer sondern auch Nickel enthielt, das 1691 noch unbekannt war. Nickel war zu dieser Zeit ein begehrter Rohstoff für die Herstellung von Neusilberlegierungen und wurde überwiegend nach Deutschland exportiert. Seit diesem Zeitpunkt wurde die Grube als Nickelgrube betrieben. Ab 1845 erfolgte die Nickelproduktion in größerem Umfang. Im Zeitraum von 1845 bis 1862 wurden 6.266 Tonnen Erz gefördert, aus dem man 125,35 Tonnen Nickel gewann. In den Jahren 1854 und 1855 war die Grube geschlossen. Nach dem Tode aschans 1856 führten seine Kinder über etwa 20 Jahre die Grube fort.

Von 1863 bis 1875 wurde die Grube am intensivsten betrieben und 24.224 Tonnen Erz gefördert. 461 Tonnen Nickel, eine andere Angabe führt nur etwa 125 t an,[5] wurden so gewonnen. Es konnten Rekordgewinne erzielt werden. So wurden 1874/1875 Gewinne von über 200.000 Kronen erzielt.

Mit dem Auffinden größerer und reichhaltigerer Nickelerzvorkommen in Neukaledonien Ende des 19. Jahrhunderts verfiel der Weltmarktpreis um etwa 60 %. Der Abbau in Kleva war nicht mehr lohnend und wurde 1879 eingestellt. In Begrenztem Umfang wurde der Abbau 1881 fortgeführt. 1885 übernahm Hans von Post die Grubenleitung. Bis 1890 wurde nun unregelmäßig und wenig Erz gefördert. Von 1890 bis 1896 war ausschließlich das Nickelwerk in betrieb, Erz wurde jedoch nicht gefördert. Die Erzförderung blieb bis 1913 eingestellt. Im Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg lebte die Produktion nochmals kurz auf, bis 1920 die Grube endgültig stillgelegt wurde. In dieser Zeit wurden 9.814 Tonnen Erz gefördert. Insgesamt wurden in der Zeit der Nickelproduktion 54.380 Tonnen Erz gefördert aus dem 1.028 Tonnen Nickel gewonnen wurden. Von 1933 bis 1944 fanden Unterhaltungsarbeiten in der Grube statt. In der Zeit des 2. Weltkriegs gewann man aus den alten Abraumhalden wiederum Nickel, welches für die Rüstungsproduktion von Bedeutung war.

1991 eröffnete die Gemeinde Vetlanda, nach vorhergehenden umfangreichen Kontroll- und Sicherungsarbeiten, das Bergwerk als eine touristische Sehenswürdigkeit. Seit 1995 wird es in privater Regie betrieben. Die Familie Berggren pachtete die Grube und gestaltete die Anlage zum Schaubergwerk. 2009 übernahm die aus Deutschland stammende Familie Hörner/Helfritsch den Betrieb der Anlage.

Mann kann sich ja regelrecht vorstellen, dass die Kinder den Besuch dieser Grube als einmaliges Abenteuer ansahen. Mit Taschenlampe und Helm bewaffnet gingen wir in die 2 Grad kalte Grube. Es ging durch enge Gänge bis wir im Herz der Grube waren und dort befand sich ein kleiner See. Die Grube war ja mit Wasser gefüllt gewesen und vom See bis nach oben zum ehemaligen Einstieg waren es etwa 50 Meter. Der Führer erklärte uns, dass es genau so viele Meter noch hinab geht. Also die zweiten 50 Meter der Grube waren unter Wasser. Es war beeindruckend und imposant. Mich faszinieren solche alten Gesteine und Geschichten.

Abends waren wir dann alle ein bisschen platt und gingen dann auch früh ins Bett.

5.8.12 10:59

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